Halalk App scannt einen Barcode und zeigt das Halal-Ergebnis

Halal-Scanner im Alltag: wie unsere App Halalk Barcodes prüft

In eigener Sache: Halalk ist unsere eigene App. Dieser Beitrag ist deshalb keine unabhängige Bewertung, sondern eine Vorstellung, und wir nennen die Schwachstellen genauso deutlich wie das, was funktioniert. Was hier steht, haben wir auf einem Testgerät selbst nachvollzogen; die Bilder zeigen genau das.

Das Versprechen ist schnell erzählt: Barcode scannen, Antwort bekommen, weitergehen. Interessanter ist, woher die Antwort kommt – denn hinter jedem Urteil in dieser App steckt kein Labor und kein Zertifikat, sondern ein Mensch, der im Laden sein Handy gezückt hat. Das macht sie schnell, und es macht sie angreifbar. Beides gehört zur ehrlichen Beschreibung dazu.

Ohne Konto, ohne Wartezeit

Beim ersten Start fragt die App nur eines: die Sprache. Arabisch, Deutsch oder Englisch. Danach drei kurze Willkommensseiten, die man überspringen kann, und dann ist man drin.

Halalk Sprachauswahl beim ersten Start mit Arabisch, Deutsch und Englisch
Die einzige Frage vor dem Start: Arabisch, Deutsch oder Englisch.

Scannen und Suchen funktionieren ohne Anmeldung, sofort nach dem Start. Nur wer seinen eigenen Verlauf sehen will, muss sich anmelden – alles andere bleibt offen.

Auch die Kameraerlaubnis kommt nicht beim Start, sondern erst in dem Moment, in dem man zum ersten Mal scannt. Wer die App nur zum Nachschlagen benutzt, gibt die Kamera nie frei.

Ein praktischer Punkt, der oft untergeht: Die Installationsdatei ist 8,3 MB groß und die App läuft ab Android 6. Auf einem alten Telefon mit knappem Speicher ist das der Unterschied zwischen „geht“ und „geht nicht“.

Der Scan: was dabei wirklich passiert

Der grüne Knopf in der Mitte öffnet die Kamera mit einem Suchrahmen. Man hält den Barcode hinein, und die Antwort kommt als Karte von unten hereingefahren: Produktname, Urteil, Foto.

Halalk erkennt einen EAN-13-Barcode und zeigt das Ergebnis Snickers HALAL
Barcode 5056357910764 im Sucher, Antwort ohne spürbare Wartezeit: Snickers, halal.
Vom Öffnen der App bis zum Sucher – der komplette Weg zum Scan.

Unter dem Ergebnis sitzt eine Schaltfläche namens „Teilen Sie Vorschläge“. Das ist kein Beiwerk, sondern der Kern der Sache: Die Datenbank wächst durch die Leute, die sie benutzen.

Was auf der Produktseite steht

Tippt man das Ergebnis an, öffnet sich die vollständige Seite. Bei unserem Snickers-Aufstrich stand dort: „Halal, hat keine Zusätze!“ mit grünem Siegel, darunter aufklappbar die Beschreibung mit Strichcode 5056357910764, Menge 350 g, Marke mars-chocolate, Herkunft Frankreich – und die Zutatenliste.

Produktseite in Halalk mit Strichcode, Menge, Marke und Herkunftsland
Strichcode, Menge, Marke, Herkunft – und darunter die Zutaten zum Aufklappen.

Direkt neben dem Urteil steht eine Zeile, die wichtiger ist als alles andere auf der Seite: „1 Benutzerscan“. Dieses Halal-Urteil beruht auf der Meldung eines einzigen Menschen.

Dass die App das offenlegt statt es zu verstecken, ist richtig. Aber man muss es auch lesen. Ein Produkt mit einem Scan ist ein Hinweis, keine Fatwa. Wer eine Entscheidung mit religiöser Tragweite trifft, sollte die Zutatenliste auf der Packung trotzdem selbst lesen – die App verkürzt den Weg dorthin, sie ersetzt ihn nicht.

Oben rechts auf jeder Produktseite sitzen ein Stift und ein Warndreieck: bearbeiten und melden. Wer einen Fehler sieht, kann ihn korrigieren oder anzeigen. Ein Kommentarbereich gehört ebenfalls dazu.

Die Datenbank kommt von den Nutzern

Auf der Startseite läuft ein Feed mit der Überschrift „Scan läuft gerade“ – echte Scans anderer Leute, jeweils mit Ort. Bei uns standen dort ein Produkt aus Wien und ein Snickers-Eis aus Stuttgart.

Startseite von Halalk mit Suchfeld und Feed laufender Scans aus Wien und Stuttgart
Der Feed zeigt, was andere gerade scannen – und wo.

Die Suche nach „snickers“ brachte über sechs Treffer, jeder mit dem Foto, das ein Nutzer im Laden aufgenommen hat: eine Hand hält das Produkt vor ein Warenregal. Der älteste Eintrag stammte vom 4. Oktober 2024. Das ist keine eingekaufte Produktdatenbank, sondern etwas, das über Jahre von Leuten beim Einkaufen zusammengetragen wurde.

Suchergebnisse in Halalk für Snickers mit Nutzerfotos und Halal-Status
Sechs Treffer für ein Wort – mit echten Ladenfotos, aber auch mit doppelten Einträgen.

Darin liegt die Stärke, und darin liegt auch das Problem.

Was noch nicht rund läuft

Dasselbe Produkt steht mehrfach drin, mit unterschiedlichen Antworten. In der Trefferliste fanden sich „Snickers x10“, „Snickers“, „SNICKERS“ und „Snickers Minis“ nebeneinander, mal groß, mal klein geschrieben, und jeweils mit anderem Urteil. Wer wissen will, ob der Riegel in seiner Hand in Ordnung ist, bekommt vier Antworten statt einer.

Das Wort „UNDEFINED“ steht im Interface. Es taucht dort auf, wo halal oder haram stehen sollte. Zwei von sechs sichtbaren Treffern waren so markiert, im Startseiten-Feed ebenso. Gemeint ist: Für dieses Produkt liegt noch kein Urteil vor. Gesagt wird es in einer Sprache, die niemand außerhalb der Programmierung versteht.

Die Suche reagiert nicht aufs Tippen. Man gibt einen Namen ein und liest „Keine Daten gefunden“. Das sieht aus, als kenne die App das Produkt nicht. Erst wer zusätzlich die Suchtaste der Tastatur drückt, bekommt die Treffer – und zwar reichlich. Beim Ausprobieren ist uns das selbst passiert.

Ein Bildschirm heißt „Search“. Mitten in der deutschen Oberfläche steht als Überschrift der Suchseite das englische Wort. Eine Kleinigkeit, die aber jedem sofort auffällt.

Screenreader kommen nicht durch. Die App ist mit Flutter gebaut, ohne die Zugänglichkeitsschicht, die Android dafür braucht. Automatische Werkzeuge lesen aus der Oberfläche keinen einzigen Text aus, und wer auf TalkBack angewiesen ist, dürfte sie kaum bedienen können.

Mehr Berechtigungen als nötig. Neben der Kamera fordert die App auch das Mikrofon an, dazu die Werbe-ID und zwei Android-Advertising-Dienste. Für den Scan braucht es davon nichts, und Werbung ist uns in der ganzen Sitzung keine begegnet. Wer die Liste im Play-Store liest, wird sich darüber zu Recht wundern.

Halalk verlangt für den Verlauf eine Anmeldung
Scannen geht ohne Konto – der eigene Verlauf nicht.

Für wen sich das lohnt

Wer regelmäßig vor Regalen steht und bei Gelatine, Emulgatoren oder Aromen unsicher ist, spart mit dem Scan echte Zeit, vor allem, weil kein Konto und keine Anmeldung dazwischenstehen und die App auch auf alten Telefonen läuft.

Wer dagegen eine geprüfte Zertifizierungsdatenbank erwartet, liegt falsch. Hier melden Menschen, was sie im Laden gesehen haben. Das macht die App schnell und nah am Alltag. Es macht sie zugleich fehleranfällig. Beides gehört zusammen.

Häufige Fragen

Brauche ich ein Konto?

Zum Scannen und Suchen nicht. Nur der persönliche Verlauf unter „Geschichte“ verlangt eine Anmeldung.

Woher stammen die Halal-Angaben?

Von den Nutzern selbst. Jede Produktseite nennt, auf wie vielen Scans das Urteil beruht – bei dem von uns geöffneten Produkt war es genau einer. Fehler lassen sich über den Stift korrigieren oder über das Warndreieck melden.

Welches Android brauche ich?

Android 6 oder neuer. Die Installationsdatei ist 8,3 MB groß.

Zeigt die App Werbung?

In unserer Sitzung ist keine Anzeige erschienen.

Was wir nicht geprüft haben

Wir haben kein Konto angelegt und den Verlauf daher nicht gesehen. Die Melden- und Bearbeiten-Funktion haben wir nicht ausgelöst, weil das fremde Einträge verändert hätte. Und wir haben eine Produktseite im Detail geöffnet, nicht hundert – über die Trefferquote der Datenbank insgesamt sagt dieser Durchlauf nichts.

بالعربية: تطبيق Halalk لفحص المنتجات الحلال بالباركود

إفصاح: تطبيق Halalk تطبيقنا نحنا. فهاد المقال تعريف فيه مو تقييم محايد، وذكرنا العيوب متل ما ذكرنا المزايا.

الوعد بسيط: تمسح الباركود، بتوصلك الإجابة، وبتكمّل تسوّق. بس الأهم من الوعد هو من وين إجت الإجابة، لأن وراء كل حكم بهالتطبيق ما في مختبر ولا شهادة اعتماد، في شخص طلّع موبايله وهو واقف بالمحل. هالشي بيخليه سريع، وبيخليه معرّض للخطأ. والاثنين لازم ينقالوا.

بدون حساب ولا انتظار

أول ما تفتحه بيسألك سؤال واحد بس: اللغة – عربي، ألماني، أو إنجليزي. وبعد ثلاث شاشات ترحيب بتقدر تتخطاها، بتكون جوّا. المسح والبحث بيشتغلوا على طول بدون ما تسجّل دخول؛ التسجيل مطلوب فقط إذا بدك تشوف سجلّك الشخصي.

وإذن الكاميرا ما بيطلبه إلا لما تمسح لأول مرة، مو من أول تشغيل. وحجمه 8.3 ميجا وبيشتغل من أندرويد 6 – يعني على جهاز قديم وذاكرته ضيقة هاد الفرق بين إنه يشتغل أو لأ.

المسح نفسه

الزر الأخضر بالنص بيفتح الكاميرا بإطار بحث. بتحطّ الباركود جوّاه، وبتطلعلك بطاقة من تحت فيها اسم المنتج والحكم وصورته. جرّبنا الباركود 5056357910764 فطلعت النتيجة فوراً: Snickers – حلال. وتحت النتيجة زر „شارك اقتراحاتك“، وهاد مو تفصيل جانبي: قاعدة البيانات عم تكبر من الناس الي بيستعملوها.

صفحة المنتج – وأهم سطر فيها

الصفحة بتعرض الحكم مع ختم أخضر، وتحته بيانات حقيقية: الباركود، الوزن 350 غرام، الماركة، وبلد المنشأ فرنسا، وقائمة المكونات.

بس جنب الحكم في سطر أهم من كل شي بالصفحة: „مسح مستخدم واحد“. يعني حكم الحلال هون مبني على بلاغ شخص واحد. إنو التطبيق بيقولها بدل ما يخبّيها شي محترم، بس لازم تقراها إنت كمان. منتج بمسحة وحدة هو إشارة مو فتوى – واذا القرار عندك فيه بُعد ديني، اقرا قائمة المكونات على العلبة كمان. التطبيق بيقصّرلك الطريق، ما بيلغيه.

وفوق كل صفحة في قلم وعلامة تحذير: تعديل وإبلاغ. يعني لو شفت غلط بتقدر تصلحه أو تبلّغ عنه.

شو لسا مو مضبوط

نفس المنتج مكرر بأحكام مختلفة. بحثنا „snickers“ فطلع „Snickers x10″ و“Snickers“ و“SNICKERS“ و“Snickers Minis“ جنب بعض، مرة بحروف كبيرة ومرة صغيرة، وبأحكام مو متطابقة. يعني بدل جواب واحد بتاخذ أربعة.

كلمة „UNDEFINED“ ظاهرة بالواجهة مكان ما المفروض يكون مكتوب حلال أو حرام – اثنين من ستة نتائج ظاهرة كانت هيك. المقصود إنه ما في حكم لهالمنتج بعد، بس مكتوبة بلغة برمجة ما حدا برّا الشغل بيفهمها.

البحث ما بيتفاعل مع الكتابة. بتكتب الاسم وبتقرا „ما في نتائج“، فبتفكر إنه التطبيق ما بيعرف المنتج. لازم تضغط زر البحث بالكيبورد كمان، وقتها بتطلعلك النتائج وبكثرة. ولحقنا فيها نحنا كمان لما جرّبنا.

وفي شاشة عنوانها „Search“ بالإنجليزي وسط واجهة ألمانية – تفصيل صغير بس بينلاحظ فوراً.

وفي نقطتين تقنيتين لازم تنقال: التطبيق مبني بـFlutter بدون طبقة إمكانية الوصول، يعني قارئ الشاشة TalkBack ما بيقدر يقرا منه ولا نص، والي بيعتمد عليه رح يتعذّب. وكمان بيطلب أذونات أكتر من اللزوم: غير الكاميرا بيطلب المايكروفون ومعرّف الإعلانات وخدمتين إعلانيتين، مع إنه ما ظهر ولا إعلان طول الجلسة.

لمين بينفع

بينفعك إذا بتوقف كثير قدام الرفوف وبتحتار بالجيلاتين والمستحلبات والنكهات؛ بتوفّر وقت فعلي، خصوصاً إنه ما في حساب ولا تسجيل، وبيشتغل على الأجهزة القديمة. أما إذا متوقّع قاعدة بيانات شهادات معتمدة فهاد مو مكانها: هون ناس بيبلّغوا عن الي شافوه بالمحل. هالشي بيخليه سريع وقريب من الواقع، وبيخليه معرّض للخطأ كمان. والاثنين بيجوا مع بعض.